Holzbauquote steigt auf 24,4 % — Lagebericht 2026
Der Lagebericht 2026 meldet eine Holzbauquote von 24,4 % im Wohnbau — ein neuer Höchststand. Was die Zahlen für Kommunen, Investoren und Bauherren bedeuten.
Bereits Anfang Juli 2026 hat Holzbau Deutschland den Lagebericht 2026 vorgelegt. Er zeigt: Während der Wohnungsbau insgesamt schwächelt, klettert der Anteil der Holzbauten auf einen neuen Höchststand — mit Folgen für Vergabe und Kalkulation.
Was passiert ist
Bereits Anfang Juli 2026 veröffentlichte Holzbau Deutschland — Bund Deutscher Zimmermeister — den jährlichen Lagebericht mit Branchenstatistik. Die zentrale Botschaft: Der Holzbau behauptet sich gegen die anhaltend schwache Baukonjunktur. Von allen 2025 genehmigten Wohngebäuden entstanden 24,4 Prozent in Holzbauweise — mehr als 2024 (24,1 Prozent) und der höchste Wert, den die Statistik bislang ausweist. Auch im Nichtwohnbau bleibt die Quote mit 24,9 Prozent auf hohem Niveau. Bei den zuletzt rückläufigen Baugenehmigungen im Wohnungsneubau zeichnet sich 2025 laut Bericht zudem eine leichte Erholung ab, von der die Eigenheime am deutlichsten profitieren. Gemessen wird dabei der Anteil an den Baugenehmigungen, nicht an den fertiggestellten Gebäuden.
Die Zahlen
- Holzbauquote Wohnbau 2025: 24,4 % (2024: 24,1 %) — neuer Höchststand
- Holzbauquote Nichtwohnbau: 24,9 %
- Branchenumsatz 2025: 10,242 Mrd. € (+2,9 % gegenüber 2024)
- Umsatzprognose 2026: +3,0 %
- Tätige Personen: rund 74.957 (+0,27 %) in etwa 12.033 Betrieben (−0,83 %)
- Betriebsstruktur: rund 80 % der Betriebe mit weniger als zehn Beschäftigten; im Schnitt 6,2 tätige Personen je Betrieb
- Facharbeiter-Stundenkostensatz: 70,73 € (Vorjahr 65,58 €, rund +8 %)
Was das für Kommunen bedeutet
Für kommunale Bauherren ist die steigende Quote vor allem ein Signal für die Marktreife: Holzbau ist kein Nischenverfahren mehr, sondern trägt inzwischen fast ein Viertel des genehmigten Wohnbaus. Für die Vergabe heißt das, dass sich in vielen Regionen genug leistungsfähige Betriebe finden, um Schulen, Kitas oder Verwaltungsbauten in Holz auszuschreiben. Zugleich zeigt der Bericht, dass die Branche kleinteilig bleibt — rund 80 Prozent der Betriebe haben weniger als zehn Beschäftigte. Kommunale und gewerbliche Zweckbauten machen inzwischen 11 Prozent des Zimmerer-Umsatzes aus (Vorjahr 10 Prozent); der öffentliche Auftraggeber ist also ein spürbarer, wachsender Teil des Marktes. Wer große Projekte plant, sollte Losgrößen und Zuschlagskriterien so zuschneiden, dass auch mittelständische Zimmereien mitbieten können, statt den Markt auf wenige Generalübernehmer zu verengen.
Was das für Investoren und Bauherren bedeutet
Für Investoren ist die Kombination aus wachsendem Marktanteil und steigendem Umsatz — plus 2,9 Prozent auf 10,242 Milliarden Euro, für 2026 weitere plus 3 Prozent prognostiziert — ein Stabilitätsargument in einem sonst rückläufigen Bausektor. Wer auf serielle Vorfertigung setzt, profitiert davon, dass gerade die größeren Betriebe ihre Kapazitäten ausbauen. Auch die Fachkräftebasis hält: Der Bericht zählt branchenweit knapp 39.000 Auszubildende — ein Signal, dass die Kapazitäten mittelfristig nicht abreißen. Zu beachten ist aber die Kostenseite: Der Stundenkostensatz eines Facharbeiters ist binnen eines Jahres um rund acht Prozent auf 70,73 Euro gestiegen. Holzbau bleibt damit in der reinen Baukostenbetrachtung häufig teurer als der Massivbau — die Rechnung geht meist erst über kürzere Bauzeit, Vorfertigung und ESG-Kriterien auf.
Einordnung
Ein neuer Höchststand klingt eindeutiger, als er ist. Die Quote misst den Anteil an den Baugenehmigungen — und die sind im Wohnungsneubau zuletzt insgesamt gesunken. Ein steigender Holzanteil kann also auch bedeuten, dass der konventionelle Bau stärker eingebrochen ist als der Holzbau, nicht allein, dass in absoluten Zahlen deutlich mehr Holzgebäude entstehen. Die Branche selbst bleibt vorsichtig: Der Bericht verweist auf spürbaren Wettbewerbsdruck und eine gesunkene Zufriedenheit der Betriebe. Holzbau Deutschland betont im Lagebericht 2026: „Gleichzeitig zeigen die Rückmeldungen der Betriebe, wie entscheidend klare und verlässliche Rahmenbedingungen für die Zukunftsfähigkeit und das Vertrauen der Branche sind.“ Für Kommunen, Investoren und Bauherren ist die Zahl 24,4 Prozent damit weniger ein Grund zum Feiern als eine belastbare Grundlage: Der Holzbau ist im Markt angekommen, seine weitere Dynamik hängt aber an Förderung, Vergabepraxis und stabilen baurechtlichen Vorgaben.
Quellen: Holzbau Deutschland – Lagebericht 2026 · Lagebericht 2026 (PDF) · Holzkurier: Wohnbau mit Holz auf Höchststand
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